Quelle: finews.ch, Beitrag vom 19.12.2019 

Die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank hat reale Konsequenzen für die Bevölkerung und speziell für den Finanzsektor. Eine Auflistung.

1. Aktienmärkte: Junkies der Geldpolitik

Spätestens seit Mario Draghis Versprechen «whatever it takes» im Jahr 2012 bestimmt die Geldpolitik die Richtung an den Aktienmärkten. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) stützte mit seiner Aussage den Euro – ging damit die Verpflichtung ein, Monat für Monat Abermilliarden von Euro ins Finanzsystem zu pumpen. Mit einer expansiven Geldpolitik hält nun auch die US-Notenbank (Federal Reserve, Fed) die Wirtschaft am Brummen.

Das nach der Finanzkrise zunächst tiefe, dann negative Zinsumfeld lenkte die Finanzströme aus den Obligationen- in die Aktienmärkte, wo die Bewertungen teils abenteuerlich anmuten. Mit der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist ein Akteur an den Märkten präsent, der seine Fremdwährungsreserven an der Börse investiert, denn SNB-Anlagen machen einen beachtlichen Anteil der weltweiten Marktkapitalisierung aus. Solche gewichtigen Akteure ziehen die Börse ins Hoch – und die Anlegermasse folgt ihnen wie Junkies. Besonnenere Investoren schreckt die verzerrende Geldflut inzwischen ab. Sie lenken ihre Gelder lieber in die Private-Equity-Märkte.

2. Schweiz als Land der Häuslebauer

Ein überhitzter Immobilienmarkt ist das deutlichste Resultat einer lang andauernden Niedrigzinsphase. In Ermangelung attraktiver festverzinslicher Anlagen spülen institutionelle Investoren massenweise Liquidität in den Liegenschaftsmarkt, da dieser eine fixe Rendite verspricht.

Und gleichzeitig drängen immer neue Käufer ebenfalls in diesen Markt, die sich dank extrem billigen Hypotheken plötzlich eine Wohnliegenschaft leisten können. Ein toxischer Mix, den die SNB schon seit längerem als Hauptproblem ihrer Zinspolitik identifiziert hat. 

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